Anhydritestrich
Empfindliche Bodenbeläge wie Laminat oder Parkettfliesen benötigen einen sehr glatten und ebenmäßigen Untergrund. Wo Betonböden durch Verschleißerscheinungen wie Dellen oder abgeplatzte Stellen ungeeignet für die unmittelbare Belegung sind, bietet sich der Einbau von Anhydritestrich an. Er ist für seine samtig-glatte Struktur bekannt.
Anhydritestrich: Verarbeitung
Anhydritestrich besteht aus dem Bindemittel Anhydrit – der neuere Begriff lautet Calciumsulfat – und einem hohen Kalk- und Quarzsand-Anteil. Er lässt sich als Trockengemisch online sowie im Fachhandel erwerben und auf der Baustelle weiterverarbeiten bzw. einbauen.
Dies kann zum einen in Form eines Fließestriches geschehen. Hierbei wird die flüssige Anhydritmischung durch eine Baupumpe vier bis acht Zentimeter dick auf dem Untergrund aufgebracht. Da sie sich lückenlos und fest aneinander schmiegen, sind Anhydrit-Estrich und Fußbodenheizung eine hervorragende Kombination. Im Gegensatz zu Zementestrichen, die insgesamt einen ganzen Monat lang aushärten müssen, beträgt die Anhydrit-Estrich-Trockenzeit in der Regel nur vier Tage.
Eine weitere Methode, Anhydrit-Estrich zu verlegen ist der sogenannte „schwimmende“ Einbau. Als Untergrund dient hier nicht der Betonboden, sondern eine bzw. mehrere Dämmstoffschichten. Meist werden Pflanzenfaser- oder Kunststoffplatten verwendet. Da nur eine dünne Schicht flüssigen Gemischs aufgebracht werden muss, verringert sich die Estrich-Trockenzeit um weitere zwei Tage.
Der einzige Nachteil von Anhydritestrich besteht in seiner hohen Feuchtigkeitsanfälligkeit. Während er in Wohnzimmer, Flur und Dachboden hervorragende Verlege-Ergebnisse liefert, quillt Anhydrit im Außenbereich und vor allem in Nassbereichen auf und zieht Schimmel an. Deshalb sollte man ihn dort nur in Ausnahmefällen von erfahrenen Fliesenlegern verlegen lassen.
Anhydritestrich: Marken und Preis-Lage
Besonderer Beliebtheit bei Kunden und Handwerkern erfreuen sich KNAUF-Estriche. Das gesamte Produktsortiment des Herstellers im Bereich Fließestrich – „FE 80 Allegro“, „FE 50 Largo“, „FE 25 A tempo“ und „FE Fortissimo“ – besteht aus Calciumsulfat, das mit Gesteinskörnung und Fließstoffen angereichert ist. Dadurch erhalten die Böden ihre ausgezeichnete Zug- und Druckfestigkeit. Bauherren sollten mit Estrich-Kosten von circa 11,50 Pro Quadratmeter rechnen. Der Anhydrit-Estrich-Preis erhöht sich natürlich noch weiter, wenn man sich für eine schwimmende Verlegung entscheidet. Auch hierfür bietet die Firma KNAUF zahlreiche unterschiedliche Produkte an. Schließlich ist das Unternehmen neben Anhydritestrichen auch für Dämmstoffe bekannt.
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