Fliesen zählen zu den wichtigsten Gestaltungselementen im Innen- und Außenbereich, denn Sie verbinden funktionale Eigenschaften wie Robustheit, Pflegeleichtigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit mit einer großen gestalterischen Vielfalt. Gefertigt werden sie unter anderem aus Ton, Naturstein, Zement oder Glas. Zum Einsatz kommen Fliesen in unterschiedlichsten Wohn- und Nutzbereichen, vom Badezimmer über die Küche bis zu stark beanspruchten Gewerbeflächen. Ebenso vielfältig ist der Markt der Fliesenhersteller. Besonders europäische Fliesenmarken prägen ihn mit hochwertigen Produktlinien, modernen Fertigungstechniken und einem breiten Designspektrum. Die Auswahl reicht von schlichten, einfarbigen Oberflächen über großformatige Fliesen bis zu stark strukturierten oder naturgetreuen Optiken, die gezielt architektonische Akzente setzen. Für Bauherren, Renovierer und Planer ist die Wahl des passenden Herstellers daher ein wichtiger Faktor für ein erfolgreiches sowie langlebiges Fliesenprojekt.
Welche Hersteller für Fliesen gibt es in Deutschland?
Welche internationalen Fliesenhersteller gibt es?
- Marazzi
- Atlas Concorde
- Ceramica Sant’Agostino
- Florim (mit Casa Dolce Casa, Cerim, Rex, Cedit)
- ABK Group
- Lea Ceramiche
- Panaria
- Caesar
- Imola
- Pamesa
- Argenta
- Vives
- Baldocer
- Azulev
- Alaplana
Fliesen lassen sich am besten nach ihrem Material unterscheiden, wobei Herstellungsverfahren und Brenntemperatur die Eigenschaften der jeweiligen Fliesenart prägen. Unterschiede zeigen sich dabei unter anderem bei Härte, Porosität, Wasseraufnahme, Oberflächenwirkung und Pflegeaufwand. Darüber hinaus können Fliesen aber auch nach ihrer Oberflächenbehandlung differenziert werden. Hier haben Sie die Auswahl zwischen glasierten und unglasierten Varianten. Zudem gibt es auch verschiedene Größen, denn neben klassischen Fliesenformaten sind kleine Mosaikfliesen sowie auch moderne großformatige Fliesen erhältlich.
Was ist der Unterschied zwischen Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug?
Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug sind die 3 Hauptmaterialien aus denen Keramikfliesen hergestellt werden und unterscheiden sich dabei vor allem in
- Dichte,
- Härte und
- der Wasseraufnahme.
Dabei gilt, dass je stärker das Material verdichtet und gebrannt wird, desto robuster und wasserabweisender ist die Fliese. Am widerstandsfähigsten ist Feinsteinzeug, danach folgt Steinzeug. Die Materialstruktur von Steingut ist aufgrund der niedrigeren Brenntemperatur bei der Herstellung sehr porös und damit weniger belastbar im Vergleich. Steinzeug bringt hingegen bereits deutlich mehr Stabilität mit. Es wird bei höheren Temperaturen gebrannt, wodurch ein dichteres und härteres Material entsteht. Die geringere Wasseraufnahme macht Steinzeug widerstandsfähiger als Steingut und damit auch vielseitiger in der Verwendung. Feinsteinzeug ist die robusteste Variante dieser 3 Grundmaterialien. Durch hohen Pressdruck und sehr hohe Brenntemperaturen entsteht ein extrem dichtes, hartes und nahezu wasserundurchlässiges Fliesenmaterial und deshalb wird Feinsteinzeug überall dort eingesetzt, wo Belastbarkeit, Pflegeleichtigkeit und Feuchtigkeitsresistenz gefragt sind.
Fliesenarten im Vergleich
| Fliesenart | Material und Herstellung | Materialeigenschaften |
|---|---|---|
| Steingut | keramisches Material, das bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen gebrannt wird |
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| Steinzeug | keramische Rohstoffe, die dichter und heißer gebrannt werden als Steingut |
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| Feinsteinzeug | fein aufbereitete keramische Rohstoffe, die unter hohem Druck gepresst und sehr heiß gebrannt werden |
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| Naturstein | echtes Gestein wie Marmor, Granit, Schiefer, Travertin oder Kalkstein, das zu Fliesen geschnitten wird |
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| Zement | Mischung aus Zement, Marmorpulver, Sand, Wasser und Farbpigmenten; gepresst und getrocknet, nicht gebrannt |
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| Glasfliesen | geschmolzenes und geformtes Glas |
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| Metallfliesen | Edelstahl, Aluminium oder Kupfer, oft als Beschichtung auf einem keramischen oder synthetischen Träger |
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Welche Fliesen können Sie auf Fußbodenheizung verlegen?
Fliesen aus Steinzeug, Feinsteinzeug und Naturstein eignen sich aufgrund ihrer hohen Wärmeleitfähigkeit besonders gut als Bodenbelag auf einer Fußbodenheizung. Diese Materialien nehmen Heizwärme schnell auf und geben sie gleichmäßig an den Raum ab, was nicht nur für ein angenehmes Raumklima sorgt, sondern auch die Effizienz der Heizung unterstützt. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die richtige Fliesendicke. Häufig empfehlen sich Fliesen mit einer Stärke von etwa 9 bis 10 mm, wobei je nach Material und Bodenaufbau auch Varianten mit rund 13 mm infrage kommen. Dünne Fliesen überzeugen in der Regel durch kürzere Aufwärmzeiten, da die Wärme schneller an die Oberfläche gelangt. Dickere Fliesen benötigen zwar etwas mehr Zeit zum Erwärmen, können die gespeicherte Wärme dafür jedoch länger halten und besonders gleichmäßig abgeben.

WELCHE FLIESEN FÜR FUßBODENHEIZUNG?
Fliesen für Fußbodenheizung müssen eine optimale Wärmedurchlasswiderstand, Speicherfähigkeit und Dicke besitzen, um zum effizienten Heizen beizutragen. Steinzeug, Feinsteinzeug und auch Fliesen aus Naturstein eignen sich hierbei am besten.
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Welche Fliesen eignen sich für den Außenbereich und welche für den Innenbereich?
| Fliesenmaterial | Innenbereich | Außenbereich | Eigenschaften/Hinweise |
|---|---|---|---|
| Steingut | Ja, vor allem als Wandfliesen | Nein |
|
| Steinzeug | Ja, als Boden- und Wandfliesen | Ja, bedingt bis gut |
|
| Feinsteinzeug | Ja, als Boden- und Wandfliesen | Ja |
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| Naturstein | Ja | Ja, je nach Gestein |
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| Zementfliesen | Ja | Nein |
|
| Glasfliesen/Mosaik | Ja, vor allem als Wandfliesen | bedingt |
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| Metallfliesen | Ja, als Wanddekoration | Nein |
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Bodenfliesen lassen sich in der Regel auch an der Wand einsetzen, während speziell für die Wandgestaltung konzipierte Fliesen ausschließlich für senkrechte Flächen geeignet sind. Der Grund liegt in ihrer Beschaffenheit, denn anders als Bodenfliesen sind sie nicht dafür ausgelegt, schwere Lasten zu tragen. Eine professionelle Beratung ist der zuverlässigste Weg, um die richtige Fliesenart von einem der etablierten Fliesenmarke im passenden Format für Ihr Fliesenprojekt zu finden.
An diesen 7 Merkmalen erkennen Sie hochwertige Fliesen
- gleichmäßige Brandfarbe
- zuverlässige Maßhaltigkeit
- Frostsicher/niedrige Wasseraufnahme
- klare Materialbeschreibung vom Hersteller
- Qualitäts- und Umweltsiegeln
- geeignete Rutschhemmung
- ideale Abriebfestigkeit
Die Qualität von Fliesen lässt sich im ersten Schritt anhand von Optik und Haptik einschätzen. Achten Sie auf eine saubere Verarbeitung der Kanten und eine gleichmäßige Oberfläche. Viele etablierte Fliesenmarken ermöglichen die Zusendung von Probefliesen, sodass Sie sich ein genaues Bild von Farbgebung und Oberflächenoptik machen und besser einschätzen können, wie die Fliesen im jeweiligen Raum oder Außenbereich wirken.

Achten Sie zudem auf eine verständliche Herstellerbeschreibung zu Materialzusammensetzung und Eigenschaften wie der Porosität der Oberfläche. Ebenso wichtig ist eine gute Maßhaltigkeit, die einen exakten Kantenschnitt gewährleistet. Moderne sowie innovative Technologien ermöglichen heute eine besonders präzise Fertigung, die sich in gleichmäßigen Formaten und sauberen Kanten widerspiegelt und die damit sowohl die Langlebigkeit als auch die ästhetische Qualität des Materials optimieren. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal sind zudem die Rutschhemmung und Abriebfestigkeit. Laut EU-Norm sind 5 Abriebklassen definiert, wobei Klasse 5 für die höchste Belastbarkeitsstufe steht. Die Rutschfestigkeitsklasse, eingeteilt von R9 bis R13, bietet eine weitere wichtige Orientierung. Je höher die Klassifizierung, desto trittsicherer ist das Fliesenmaterial bei Schuhwerk. R9 ist für private Innenräume in der Regel ausreichend, während höhere Klassen vor allem im Außenbereich, in Badezimmern oder auf Treppen empfehlenswert sind.

Die Rutschfestigkeitsklasse reicht von R9 bis R13 und gibt an, wie sicher eine Fliese bei Schuhwerk begehbar ist. Je höher der Wert, desto höher ist die Trittsicherheit der Oberfläche.
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Bei glasierten Fliesen gibt die Abriebklasse Auskunft darüber, wie widerstandsfähig das Material gegenüber mechanischer Beanspruchung ist. Die EU-Norm unterscheidet 5 Stufen, wobei Stufe 5 die höchste Strapazierfähigkeit kennzeichnet.
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Umwelt- und Emissionskennzeichen bei Fliesen im Überblick
- Blauer Engel
- EU Ecolabel
- EPD
- EMICODE EC1/C1 Plus (Kennzeichnung für emissionsarme Verlegewerkstoffe wie Fliesenkleber oder Fugenmörtel)
Nachhaltige Produktion hat sich im modernen Bau längst als Standard etabliert, da Materialien, die insbesondere im Innenbereich verbaut werden, einen direkten Einfluss auf die Wohngesundheit haben. Führende Hersteller und Marken in der Fliesenbranche begegnen diesem Anspruch mit zertifizierten Produkten, die Transparenz über Umweltwirkung und Emissionsverhalten schaffen. Siegel wie der Blaue Engel oder das EU Ecolabel bewerten dabei übergeordnete Umweltkriterien, während die Umweltproduktdeklaration (EPD) die genauen Umweltwirkungen eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg offenlegt. Der EMICODE kennzeichnet emissionsarme Verlegewerkstoffe und ist vor allem bei Klebern und Fugenmörteln ein verlässlicher Qualitätsindikator.
Glasiert oder unglasiert: Welchen Einfluss hat die Oberflächenbeschaffenheit auf die Eigenschaft von Fliesen?
Die Oberflächenbeschaffenheit von Fliesen bestimmt nicht nur die Optik, sondern maßgeblich deren
- Rutschsicherheit,
- Belastbarkeit und
- Pflegeaufwand
im Alltag. Hierbei wird in erster Linie zwischen glasierten und unglasierten Varianten unterschieden. Unglasierte Fliesen gelten dabei als besonders strapazierfähig und widerstandsfähig gegenüber mechanischen Belastungen. Ihre naturbelassene, rauere Oberflächenstruktur sorgt für eine hervorragende Reibung und macht sie äußerst rutschfest. Ein Nachteil liegt jedoch darin, dass die unversiegelte Fläche anfälliger für Flecken ist und Schmutz nicht automatisch abweist. Glasierte Fliesen erhalten im Herstellungsprozess eine aufgetragene und eingebrannte Glasschicht. Diese vollständig geschlossene Oberfläche macht sie besonders schmutzabweisend und leicht zu reinigen. Allerdings beeinträchtigt die glatte Schutzschicht die Rutschfestigkeit.
Wie viel kostet es, Fliesen pro Quadratmeter verlegen zu lassen?
Die Gesamtkosten für Material und Verlegung liegen in der Regel grob zwischen 90 und 150 Euro pro Quadratmeter. Die reinen Arbeitskosten betragen je nach Region, Fliesentyp und Aufwand meist etwa 60 bis 80 Euro pro Quadratmeter, können bei aufwendigeren Projekten aber auch höher ausfallen. Preislich macht es dabei einen deutlichen Unterschied, ob die Fliesenarbeiten im Innen- oder Außenbereich durchgeführt werden. Für ein langlebiges Ergebnis ist zudem eine saubere Vorbereitung des Untergrunds unerlässlich. Auch Fliesenmarke, Materialart, Fliesenformat und das gewählte Verlegemuster der Fliesen spielen bei der Preisgestaltung eine entscheidende Rolle. Anspruchsvollere Techniken wie der römische Verband oder das Fischgrätenmuster erfordern mehr handwerkliches Geschick und eine präzisere Planung, was sich entsprechend im Arbeitsaufwand niederschlägt. während Standardfliesen im geraden Verband durch geringeren Aufwand und günstigere Materialpreise kostengünstiger ausfallen.
Fliesenkauf: Warum lohnt sich ein Vergleich zwischen verschiedenen Fliesenmarken?
Ein Vergleich zwischen unterschiedlichen Herstellern und Marken beim Fliesenkauf lohnt sich vor allem, um Fehlkäufe zu vermeiden und das
- beste Verhältnis aus Preis,
- Design und
- technischer Qualität
für das eigene Projekt zu finden. Sie erhalten nicht nur einen hervorragenden Überblick über individuelle Kollektionen und aktuelle Trends, sondern entwickeln auch ein besseres Gefühl für Preisspannen und Qualitätsunterschiede. Ein sorgfältiger Vergleich verschiedener Fliesenmarken stellt somit sicher, dass Sie am Ende genau das Material und das Design finden, das perfekt zu Ihrem Budget sowie zu den Anforderungen Ihres Wohn- oder Außenbereichs passt.