Aktuell: Pfusch-Fliesenbetriebe schaden dem Image der Branche
Die Fliesenleger-Fachwelt ist sich einig. Seitdem der Meisterbrief für den Beruf des Fliesenlegers nicht mehr vorgeschrieben ist, steigt auch die Zahl der Betriebe im Saarland, die mit unzureichend ausgebildeten Fachkräften arbeiten. Aktuell beklagen die Profis, dass vor allem die Neulinge eine immer schlechtere Arbeit leisten. Fliesenleger.net informiert ausführlicher!

Fliesenlegen will gelernt sein. Seitdem der Meisterbrief nicht mehr vorgeschrieben ist, fügen Pfusch-Fliesenbetriebe einen enormen Schaden der Branche zu. © Heike Hering by pixelio.de
Der Beruf des Fliesenlegers schließt mehr ein, als nur das Verlegen von Fliesen. Ein gut ausgebildeter Handwerker, verfügt neben gutem Fachwissen über Verlegetechniken auch über umfangreiche Materialkenntnisse. Zudem werden in der 3-jährigen Ausbildung Inhalte von der Verlegung einer Fußbodenheizung bis hin zur Ausstattung des Wohnraums mit einer Wandverkleidung in Steinoptik vermittelt.
Die Zahl der Pfusch-Fliesenbetriebe steigt
Die Zahl der Fliesen-Betriebe nimmt jedes Jahr kontinuierlich zu. Darunter auch die Zahl der Pfusch-Fliesenbetriebe. Waren es 2004 noch 286 Unternehmen in Saarland registriert, so sind es laut Handwerkskammer 621 im Hauptgewerbe und 905, wenn die Nebengewerbe mitgezählt werden. Davon legten im Jahr 2009 nur drei Handwerker ihre Meisterprüfung ab. Eine erschreckende Zahl. Der Fliesenlegermeister Artur Recktenwald, der Vorsitzende der Landesfachgemeinschaft (LFG) Fliesen und Naturstein im Arbeitgeberverband (AGV) Bau Saar, findet die Entwicklung mehr als beunruhigend. Das Fliesenleger-Handwerk umfasst auch Arbeiten im gefahrengeneigten Bereich. Deshalb ist es besonders wichtig, für Arbeiten in Krankenhäusern oder im Duschbereich von Schwimmbädern qualifizierte Fachkräfte zu beauftragen. Hierbei kommt es vor allem neben der fachgerechten Verlegung unter Beachtung der Rutschfestigkeite der Fliesen auch auf eine richtige Verfugung der Fliesen an, die zu einem hohen Hygienestandard beiträgt.
Pfusch-Fliesenbetriebe werfen dunklen Schatten auf die Meisterbetriebe
Die Pfusch-Fliesenbetriebe werfen einen dunklen Schatten nicht nur auf die Fliesen-Meisterbetriebe aus Saarbrücken, sondern auch bundesweit. Die Handwerkskammer (HWK) Saarland und der AGV Bau fordern, die alte Handwerksordnung wieder einzuführen, um Schäden durch unqualifizierte Handwerker zu vermeiden. Auch Größen der Branche wie Luitwin Gisbert von Boch-Galhau, der Firmenpatriarch des Keramikkonzerns Villeroy & Boch, macht sich für die Wiedereinführung der alten Handwerksordnung stark. Bedauerlicherweise ist zurzeit jedoch keine Änderung der Regelung von Seiten der Regierung zu rechnen, auch wenn das Bundeswirtschaftsministerium „vollstes Verständnis“ für die Situation der Fachbetriebe signalisiert.
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