Historische Kacheln im Alten Elbtunnel erhalten neuen Glanz zurück
Ehemalige Kriegsschäden, Schmutz und Abgase führten bei den Fliesenbelägen in den Tunnelröhren zu einem unansehnlichen Erscheinungsbild. Nach fast 100 Jahren wurde es Zeit, die historischen Kacheln im Alten Elbtunnel einer Grundsanierung zu unterziehen. Doch welche Tücken verbergen sich hinter der Restaurierung der geschichtsträchtigen Stücke?

Die historischen Kacheln im Alten Elbtunnel werden nach 100 Jahre restauriert. © Sven Wrage - flickr.com
Seit 2009 wird die Oströhre des Alten Elbtunnels umfangreich saniert. Dabei wurde die komplette Fliesenfläche abgetragen. Um die Tunnelröhren wieder vollkommen dicht aufzubauen, muss die Röhrenoberfläche bis zur Stahlkonstruktion abgetragen werden. Nachdem diese Schritte abgeschlossen waren, wurde die Röhre den Fliesenlegern aus Hamburg überlassen, denn etwa 400 000 Fliesen pro Röhre mussten neu erstellt und verlegt werden. Die Kacheln wurden, für einen originalgetreuen Wiedereinbau, nach alten Vorbildern gebrannt. Die historischen Kacheln im Alten Elbtunnel werden daher im Original aufgearbeitet und erhalten so ihr markantes Erscheinungsbild zurück. Die Verantwortung über die Wandfliesen trägt der Keramikmeister Hans Kuretzky, der dies als einer der Höhepunkte seiner Laufbahn empfindet.
Die historischen Keramikfliesen müssen als Erstes von dem alten Drainagebeton befreit werden. Damals wurden die Kacheln mit einem geschlämmten Ton gebrannt und mit einer transparenten Glasur überzogen. Durch den speziellen Ton wirken sie besonders hell und mit Hilfe der glänzenden Glasur wird eine individuelle Lichtbrechung erreicht. „Das gibt Raum, schafft keine Enge im Tunnel“, sagt Kuretzky gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“. Die Motivfliesen des Alten Elbtunnel Hamburgs wurden vor etwa 100 Jahren von dem Bildhauer Hermann Perl erstellt. Sie stellen unterschiedliche Tiermotive dar, wie Aal, Hummer, Robben und Stör, welches damals bekannte einheimische Tierarten der Elbe waren.
Die historischen Kacheln im Alten Elbtunnel sind bald öffentlich zu bestaunen
Im September 2011 soll die Oströhre im neuen Glanz erstrahlen und auch wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Täglich dient der Alte Elbtunnel für etwa 1000 Fahrzeuge als Unterführung, um auf die andere Elbseite zu gelangen. Der Verkehr wird momentan durch die Weströhre geleitet, wobei dieser durch Einbahnverkehr geregelt wird. Das bedeutet, dass von 5.30 bis 13 Uhr der Tunnel für Fahrzeuge von den Landungsbrücken nach Steinwerder offen ist und ab 13 bis 20 Uhr für den gegenseitigen Verkehrsfluss.

Bis September 2011 werden die Kacheln im östlichen Tunnel des Alten Elbtunnels restauriert. © Wimox-go_nils-Photocapy - flickr.com
Nach der Fertigstellung der Oströhre sollen auch die historischen Kacheln im Alten Elbtunnel in der Weströhre restauriert werden. Bis Ende 2013 wird dann das komplette Instandsetzungsprogramm, das von der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) geleitet wird, abgeschlossen sein. Die Sanierung des Tunnels ist nicht nur für die Bürger Hamburgs ein freudiges Ereignis, auch zahlreiche Touristen werden sich ab September 2011 und dann endgültig ab Ende 2013 an der neuen Fliesenkunst bereichern können. Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Parkmöglichkeiten erhalten Sie auf www.hamburg.de.
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